Die kommentierte Partie zur ersten Runde

(Achtung, die Auslosung der zweiten Runde findet ihr in dem unten angekündigten Beitrag Viechtacher Stadtmeisterschaft -zweite Runde – einfach die Ankündigung anklicken!) In der gerade abgeschlossenen ersten Runde sind Überraschungen ausgeblieben – die nominell stärkeren Spieler haben sich ausnahmslos durchgesetzt. Am spannensten verlief die Partie zwischen dem Hobbyspieler Gabriel Schwarzer und Helmut Mühlbauer vom Viechtacher Schachklub. Daher wird diese Partie hier besprochen.

Gabriel Schwarzer – Helmut Mühlbauer

1.e4 – e5 2.Sf3 – Sc6 3. Sc3 – Sf6 4. a3? (In der ersten Partiephase sollte man solche Bauernzüge nur dann machen, wenn sie wirklich nötig sind. Auch aus anderen Partien habe ich den Eindruck gewonnen, dass solche Züge oft aus Bequemlichkeit gemacht werden. Der Gegner könnte ja vielleicht… In Wirklichkeit gibt man gerade mit solchen Nicht – Entwicklungszügen dem Gegner Chancen. Weiß beabsichtigt im nächsten Zug Lc4 zu spielen und der Gegner könnte ja Sa5 spielen. Ob das zu fürchten ist, muss man eben berechnen: 4. Lc4 – Sa5 5. Sxe5 gewinnt einen Bauern nach SxLc4 und SxSc4. Was ist,wenn Schwarz mit 5.- d6  den Se5 angreift? Dann geht immer Sxf7 und Sxh8. Weiß bekommt hier starken Angriff. Einfacher wäre Lxf7+ und dann Sc4. Nur durch solche Denkarbeit kann man ein guter Spieler werden.) 4. – d6 ?! (Hier verhält es sich etwas anders. Der Bauernzug bereitet Lg4 vor, aber er sperrt den Lf8 ein. Gerade nach a3 hätte Schwarz zunächst Lc5 spielen können und danach erst d6)

5. Lc4 – a6?! (auch dieser Bauernzug macht Sinn, da er Lb5 verhindert, aber auch das war nicht wirklich zu fürchten. Aktiver wäre sofort Lg4 gewesen) 6. a4? – Lg4 7.0-0 – Sd4 8. Le2! (diese Fesselung muss aufgehoben werden) – c6? (siehe die Anm. zum nächsten Zug) 9. Te1? (bitte merken: hier gewinnt man einen Bauern mit Sxd4 exd4 (Lxe2 verliert wegen Sxe2 sogar eine Figur) LxLg4 dxc3 und dxc3. Diese Möglichkeit gibt es immer dann, wenn man eine Fesselung aufgehoben hat und der Gegner den fesselnden Läufer weder abtauscht noch zurückzieht! Bis zum 13. Zug konnte weiß so einen Bauern gewinnen.) 9. – Le7 10. b3 – 0-0 11. Lb2 – Lh5 12. h3 – Te8 13. g4? (Die eigene Rochadestellung darf man ohne einen echten Grund nie so schwächen. Richtig immer noch Sxd4) – Lg6 14.Lc4 – Dc8 (gut auch d5 oder Sxf3) 15. Sh4? – Sxe5? (Lxe5 hätte einen Bauern gewonnen) 16. Sxg6 – Sxc3?? (wenn Weiß statt dessen Sxe7+ spielt, verliert Schwarz eine Figur) 17. Lxc3 (auch dxc3 hätte noch eine Figur, allerdings unter schlechteren Umständen, gewonnen) – hxg6 18. Lxd4 – exd4 19. Kf1?? (Wo soll der König hin? Wenn er auf f1 bleibt, wird Schwarz zu einem Angriff Richtung h2 eingeladen. Besser Df3) 19. – d5! 20. Ld3 – Dc7! (droht Dh2 mit Mattangriff) 21. Df3! (eine gute Parade) – Lf6 22. Txe8 – Txe8 23. Te1 – Txe1 24. Kxe1 – Lg5! 25. Kd1 – Da4! (droht De2#)  26. De2 – Dd8!  27. b4? (ohne diesen Vorstoß hätte der weiße König auf b2 in Sicherheit gebracht werden können. Da nur der Gegner einen schwarzfeldrigen Läufer hat wird dieser Bauer auf b4 schwer zu verteidigen sein. Schwarz nagelt ihn auch sofort auf b4 fest:) – b5! 28. axb5 – axb5 29. De5 (Weiß postiert seine Dame aktiv!) -Lf6 30. Df4 – De7 31. Db8+ -Kh7 32. Db6 – Dd6? (Dxb4 hätte einen Bauern gewonnen, da Weiß nach Dxc6? wegen Lg5 verliert) 33. Dc5 – Dxc5 34. bxc5 – Kh3 (? wie sich gleich zeigen wird, nicht genügend durchdacht, Aber das war wirklich schwer zu erkennen. Le7 hätte einfach den Bauern c5 gewonnen mit guten Gewinnchancen für Schwarz – trotz der ungleichfarbigen Läufer.)

Hier kommt jetzt der Teil meiner Besprechung, der hoffentlich so auch in Viechtach aktuell veröffentlicht wird.

Pos6

Wir blenden uns nach dem 34. Zug in die Partie ein. Gabriel Schwarzer, der die weißen Steine führt, hat sich bis hier hervorragend gehalten. Er hat nur einen Bauern weniger. Neben den Königen und den Bauern sind nur noch ungleichfarbige Läufer auf dem Brett. Wie geht man bei solchen Endspielen vor? Die Seite gewinnt, der es als erste gelingt einen oder noch besser mehrere Freibauern zu bilden. Darunter versteht man Bauern, die nicht mehr durch gegnerische Bauern gestoppt werden können. Im Moment hat keine Seite einen Freibauern. Daneben muss man natürlich versuchen, die eigenen Bauern zu verteidigen und die gegnerischen zu erobern. Eine Grundregel ist dabei, dass man nach Möglichkeit die eigenen Bauern auf die Farbe des eigenen Läufers stellt und die gegnerischen Bauern ebenfalls auf dieser Farbe stehen sollten. Nur diese Bauern kann der eigene Läufer verteidigen bzw. angreifen. Der weißfeldrige Läufer von Gabriel Schwarzer kann im Moment 3 eigene Bauern verteidigen und 5 gegnerische angreifen. Der schwarzfeldrige Läufer von Helmut Mühlbauer kann dagegen nur 2 eigene Steine verteidigen und 3 gegnerische erobern. Das kann sich aber schnell ändern, wenn es Schwarz gelingt, den Bauern auf c5 zu erobern und er danach seine Bauern auf der b und c Linie in Bewegung setzen kann. Für Schwarz spricht, dass sein König aktiver steht. In solchen Endspielen ist der König eine sehr mächtige Figur. Im Moment droht der schwarze König auf das Feld g5 und dann entweder nach f4 oder h3 vorzurücken.

35. f4! (verhindert Kg5) – Lh4? (Schwarz möchte Lg3 spielen. Wenn Weiß dann f5 spielt, kommt doch Kg5. Das funktioniert aber nicht, besser war daher mit Le7 sofort den Bauern auf c5 zu erobern) 36. Ke2?! Verhindert diesen Plan, auf Lg3 kommt Kf3. Aber es gab den fantastischen Zug g5!, der den schwarzen Läufer von den Feldern auf dem Damenflügel (= alle Felder auf der von Weiß aus gesehen linken Brettseite) abschneidet. Da auch der König von dieser Brettseite weit entfernt ist, kann Weiß danach seinen Läufer opfern und einen Freibauern bilden, den Schwarz nur bei bestem Spiel gerade noch aufhalten kann. Also:  36. g5+ Kh2 (Kh4 wäre nach Le2 #!!) 37. Lxb5 – Lg3 (nach cxLb5 käme sofort c6 und der Freibauer läuft durch zur Dame) 38. Lxc6 – Lxf4 39. Lxd5 und jetzt muss Schwarz um das Remis kämpfen. Aber zurück zur Partie. Nach 36. Ke2 – Le7! 37. Kf3 – Lxc5 38. f5?! (besser war wieder zunächst g5 mit guten Remischancen für Weiß) – Kg5! 39. Kg3? (besser fxg6! fxg6- auch das dürfte noch Remis sein)- Ld6 40. Kf3-Lf4 41. Ke2 Kh5 42. Kf3?(besser fxg6-fxg6; Lxg6-Kh3; Le8)-Ld2 43. Kg2 – b4 44.fxg6-fxg6 45.Lxg6-Lg5 46. Le8 Weiß hat die Bauern auf der rechten Brettseite, dem Königsflügel, verteidigt, aber Helmut Mühlbauer bildet jetzt auf der linken Brettseite, dem Damenflügel einen Freibauern, der nicht mehr aufgehalten werden kann.

Pos4

Was war sein Zug? Die Auflösung finden Sie in meinem Beitrag zur zweiten Runde.

Viechtacher Stadtmeisterschaft – zweite Runde

Soeben hat der Turnierleiter die zweite Runde ausgelost. Der Erstgenannte hat Weiß.

Lerch, H. – Heiduk, Ch.

Gruber, H.- Mandl, G.

Meisburger, E. – Brock, D.

Kolbeck, A. – Görl, P.

Mühlbauer, H. – Bauernfeind, E.

Stasny, H. – Dolesik, D.

Lummer, R. – Althammer, T.

Hinkofer, F. – Müller, P.

Schlecht, W. – Karaba, D.

Kuda, R. – Schwarzer, G.

Ich wünsche spannende Partien!

Ditmar Brock

Viechtacher Stadtmeisterschaft – erste Runde

Paarungsliste der 1. Runde:

Heiduk, Christoph – Dietl, Matthias 1: 0 (kampflos, Rücktritt)

Dolesik, Daniel  –  Gruber, Helmut  0: 1

Brock, Ditmar  – Hinkofer, Franz  1:0

Karaba, David – Kolbeck, Alexander  0:1

Bauernfeind, Erhard – Kuda, Reinhard  1:0

Lummer, Rudolf – Lerch, Heinrich  0:1

Mandl, Gerhard – Meuser, Franz (Rücktritt) 1: 0

Müller, Peter – Meisburger, Eberhard 0:1

Görl, Peter – Schlecht, Willi 1:0

Schwarzer, Gabriel – Mühlbauer, Helmut  0:1

Althammer, Tobias – Stasny, Hans

Bitte beachten:

bei einem Turnier nach Schweizer System müssen alle Ergebnisse vorliegen, bevor die nächste Runde gespielt werden kann! Die nächste Runde beginnt am 15. Oktober, daher benötigt der Turnierleiter sämtliche Ergebnisse bis zum 14. Oktober. Daher bitte ich alle Teilnehmer eindringlich, bis dahin die erste Runde zu spielen. Die einfachste Möglichkeit sind die Spielabende am 1. und am 8. 10. Ihr könnt aber auch mit dem Gegner andere Termine vereinbaren. Im äußersten Notfall, also wenn sich aus nachvollziehbaren Gründen kein Termin finden lässt, kann man auch einmal ein kampfloses Remis mit dem Gegner vereinbaren. Auch dieses Ergebnis muss dem Turnierleiter mitgeteilt werden. Wo der Turnierleiter bis zum 14. 10. 24 Uhr nichts mitgeteilt bekommt, kann er leider nur für beide Seiten eine 0 eintragen!

Rundenplan

Die 2. Runde beginnt am 15. 10.

3. Runde: 5. 11.

4. Runde: 26. 11

5. Runde 17. 12.

6. Runde 7.1. 2016

7. Runde 28. 1. 2016

Das Turnier wird am 18. 2. 2016 abgeschlossen.

Viele spannende Partien wünscht

Ditmar Brock

Stadtmeisterschaft

Ich darf nochmal alle Freunde des Schachspiels in Viechtach und Umgebung auffordern zum Mitspielen. Ein Spiel im Monat, dafür lohnt es sich mit lebendigen Gegnern zu messen (Nervenkitzel ist angesagt), dass man mit einem genüßlichen Bier unterdrücken kann. Schach ist immer noch ein Spiel und es ist keine Schande auch mal zu verlieren. Also nochmal meldet euch bitte an.

Schachgrüße

Gerhard Mandl

Herzliche Einladung zur 1. offenen Stadtmeisterschaft

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Viechtach, im Juli 2015

Teilnehmer: Jedes Mitglied unseres Schachclubs, aber auch jeder Hobbyspieler aus dem Altlandkreis Viechtach.

Modus: je nach Teilnehmerzahl 7 Runden Gruppen- oder Schweizer System

Bedenkzeit: je Spieler 90 Minuten für die ersten 40 Züge, 30 Minuten für den Rest der Partie plus 30 Sekunden für jeden ausgeführten Zug.

Anmeldung: Online Anmeldung zur 1. offenen Stadtmeisterschaft, bei Gerhard Mandl im „Kreutzberg“ oder via E-Mail gerhardmandl@freenet.de Anmeldeschluss: 23. September 2015, 19:00 Uhr 

Zeitplan: Start der 1. Runde: 24. September 2015jede Runde muss innerhalb drei Wochen beendet sein. Bitte die Ergebnisse rasch an Gerhard Mandl melden!

Titel und Preise: Der Gewinner oder die Gewinnerin erhält einen Wanderpokal (gestiftet von der Stadt Viechtach). Das punktbeste Vereinsmitglied erhält den Titel „Vereinsmeister“.

Schirmherr: Bürgermeister Franz Wittmann

Spannende Partien wünschen

Christoph Heiduk  und Gerhard Mandl (Turnierleiter)

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