Grundlagen Endspiel

Unter dieser Rubrik möchte ich in loser Folge grundlegende Endspieltechniken vorstellen. Der Grund ist einfach. Man kann immer wieder beobachten, das Spieler Endspiele aus Unsicherheit und Unkenntnis kurzerhand remis geben. Darunter fallen erstaunlich viele Positionen, wo eine Seite klaren Vorteil hat. Dass wir Amateure von Endspielen in der Regel ziemlich wenig wissen, selbst wenn wir eine gehobene Spielstärke erreichen, liegt auch daran, dass anders als bei Eröffnungen die Beschäftigung mit der Endspieltheorie nicht sehr populär ist. Die gängigen Standardwerke sind auch meiner Meinung nach für den Amateur viel zu ambitioniert und gelten nicht zu Unrecht als ‚hartes Brot‘.

Deswegen zeige ich am Spielabend in unregelmäßiger Folge einiges, was mit beim Querlesen von Eröffnungsliteratur als besonders wichtig aufgefallen ist. Das wird hier verschriftlicht.

Endspiele mit Türmen und einem Bauern – remis oder gewonnen?

Endspiele König plus Turm plus Bauer gegen König plus Turm sind für die stärkere Seite dann gewonnen, wenn der eigene König den Bauern unterstützen und der gegnerische König ihn nicht blockieren kann und der Gegner mit seinem Turm auch nicht zu einem Dauerschach kommt.

Ich beginne mit einem einfachen Fall, wo die stärkere Seite leicht gewinnt. Dieser Fall zeigt, dass uns ein Grundwissen über Endspiele manchmal auch erlaubt, in einer komplizierten Stellung in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln. Das ist manchmal der sicherste Weg – vorausgesetzt man beurteilt die Stellung richtig und kennt die rihtige Vorgehensweise.Pos26

Das Diagramm stammt aus der Partie Gschwendner – Brock, Arber-Open 2015, Schwarz am Zug. Keine Frage, Schwarz hat Vorteil. Aber reicht der naheliegende Zug f5 für den Gewinn.Wenn es Weiß gelingen sollte, die Bauern auf a6 und c6 zu erobern, könnte es eng werden. Deshalb habe ich folgende erzwungene und deshalb leicht zu berechnende Abwicklung in ein Endspiel gewählt, was m.E. leicht gewonnen war, weil die oben genannten Merkmale ganz klar zutreffen. Die Partie ging folgendermaßen weiter:

57. – Tf3+ 58. Kg3 – Txa2 59. Txf6 – Ta4 60. Txc6 – Tb5+ 61. Kxg5 – a5 Dieser letzte Bauer entscheidet nun ganz einfach. 62. Ta6 -a4 63. Kf5 – Kd3 64. Ke5 – Kc3 65. Kd5 – Th4 66. Tb6 – a3 67. Tc6+ – Kb4 68. Tg6 – Th3 69. Kd5 – Kb3 70. Tg8 – a2 71. Tb8+ Kc2 72. Tc8+ – Kb2 73. Tb8+ – Tb3 und Weiß gab endlich auf.

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